Dienstag, 20.02.2018
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Rosenmontagszug Pferdebesitzer weist Schuld von sich

Die Geschehnisse vom Rosenmontag haben die Debatte über ein Pferdeverbot im Karneval in Köln neu entfacht. Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe gegründet und mehrere Zeugen vernommen.


Die berichten, die Tiere seien mit Gegenständen beworfen worden. Der Besitzer der durchgegangenen Pferde hat sich jetzt verteidigt. Ihm könne man keinen Vorwurf machen, sagte Friedhelm Tillmann von Gut Neuhaus der "Neuss-Grevenbroicher Zeitung".

Die Pferde hätten eine Gelassenheitsprüfung mit guten Noten bestanden und bereits im vergangenen Jahr am Kölner Rosenmontagszug teilgenommen. Damals sei alles gut gelaufen.

Am Montagnachmittag waren zwei Pferde vor einer Kutsche der Treuen Husaren durchgegangen und hatten die Absperrung durchbrochen. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Im vergangenen Jahr war ein Pferd im Kölner Rosenmontagszug kollabiert.

Die Tierschutzorganisation PETA stellt jetzt die Frage, ob erst Menschen sterben müssen, bevor Pferde in Karnevalszügen verboten werden. Der Deutsche Tierschutzbund fordert schon lange ein solches Verbot.

NRW-Innenminister Reul ist dagegen. Dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte er, einen Zug ohne Pferde könne er sich nicht vorstellen. Oberbürgermeisterin Reker wünschte den Verletzten am Montagabend eine schnelle Genesung. Sie wisse, dass sowohl das Festkomitee als auch die städtischen Veterinäre gerade in diesem Jahr die Anforderungen an Reiter, Kutscher und Pferde noch einmal deutlich erhöht hätten.

Die Zahl der städtischen Veterinäre, die die Pferde vor dem Rosenmontagszug untersuchen und stichprobenartig Blutproben nehmen, wurde fast verdreifacht. Kutscher mussten ab diesem Jahr einen Kutschenführerschein vorweisen, die Pferde selbst eine sogenannte Gelassenheitsprüfung ablegen. Dazu gehört zum Beispiel das Erdulden lauter Blasmusik oder plötzliche auftauchende Gegenstände.

Tierschützer halten dagegen: Pferde seien Fluchttiere. Bei großem Stress würden sie durchgehen.

(Meldung vom 14.02.2018/GL)

 

 


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